Ein Tag „Zuhause“
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Ein Tag „Zuhause“

Samir stellt heute fest, dass ich doch weiß wie man Urlaub macht, d.h. auch mal nur faul herumliegen kann. Wir verbringen den ganzen Tag  in Paul do Mar, im Besonderen im hauseigenen Garten und Pool.

Ich habe mir den Wecker so gestellt, dass ich um 10:00 Uhr bei der von unseren Vermietern angebotenen Führung durch deren Nutzgarten dabei sein kann. Samir schläft lieber aus. Außer mir sind noch zwei Pärchen aus den Apartments über und neben uns da, alle vier auch aus Österreich.

In den Terrassengärten überhalb der Poolebene haben sich die Seniorchefs des Airbnb einen Obst- und Gemüsegarten mit Pflanzen aus aller Welt angelegt, die es entweder eh auf Madeira gibt oder sie von diversen Reisen z.B. aus Brasilien, mitgebracht haben. Fast jede Pflanze, besonders die exotischen, sind mit Schildern beschriftet. Ich kann jetzt nur noch einen Bruchteil aufzählen. Mit dabei sind Maracuja, Mango, Papaya, Vanille, Macadamia, Cashew, Weintrauben, Melonen, Zitrusfrüchte, Kaffee, Kakao, Dattel- und viele andere Palmen, Bananen natürlich, … und nicht zu vergessen Salbei, der auch hier alles übernimmt. Wo auch immer reife Früchte sind, wird abgeerntet und uns reichlich zu kosten gegeben. Die Besitzer haben auch noch eine kleine 1-Zimmer-Hütte mit Aussendusche unterhalb des riesigen Gewächshauses, wo sie wochenends wohnen, um sich um den Garten zu kümmern. Wo der Garten endet führt auch hier eine Levada vorbei. Sie erzählen uns dann noch das alle zwei Wochen jemand vorbei kommt und den Anschluss zur Levada für die zugeteilte Menge Wasser öffnet. Bei ihren Pflanzen sein einige er Experimente. So seien die bisherigen Versuche mit Kaffee und Schokoladenverarbeitung eher scheußlich. Was aber offensichtlich sehr gut funktioniert ist das Brennen von Zuckerrohrschnaps. Am Ende der Führung gehen wir noch in die Vinha. Dort hat sich in einem kleinen Raum neben den Parkplätzen. Dort hat sich der Seniorchef eine kleine Destillerie eingerichtet Und für den Eigenbedarf unterschiedliche Rum Sorten und auch Ginja (Kirschlikör), die wir probieren dürfen. Bei Jakob und Steffi kommt diese Verkostung vor dem Frühstück. Nachdem Samir und ich gestern nicht zum Umtrunk da waren, bekomme ich noch zwei Gläser Pitanga-Cocktail mit. Der Tag fängt also schon wieder gut an. Zum Glück ist jetzt auch knapp 14:00 Uhr und Zeit für eine Siesta. 

Am späten Nachmittag gehen wir noch zum Pool, wo wir zum einen schwimmen, aber auch mit den anderen quatschen. Für das Abendessen entscheiden wir uns, nicht noch extra einen kaufen zu fahren, sondern im Ort essen zu gehen. Ich hätte mir die Bewertungen etwas genauer durchlesen sollen, denn so landen wir in einem Hafen-Restaurant, von dem schon ein paar geschrieben haben, dass es hier unterschiedliche Preise für Einheimische und Touristen gibt. Bei der Rechnung wurde dann auch noch versucht, fünf Euro extra drauf zu schlagen. So langsam macht es den Anschein einer geläufigen Masche.

Wir spazieren dann noch an das West Ende des Ortes, wo Steffi und Jakob im Maktub, DEM Lokal in Paul do Mar, zum Abendessen reserviert hatten. Von Essen und Getränken sind sie sehr begeistert, allerdings wussten Sie bis zur Rechnung nicht, wie viel das Essen kosten sollte. Es war dann mit 15 € für ein vegetarisches Gericht und 20 € für ein Fleischgericht tatsächlich etwas teurer als erwartet. Außerdem hat der Papagei Mak, der in einem kleinen Käfig in einer dunklen Restaurant Ecke gehalten wird, den Eindruck etwas getrübt. Sie haben sich auf den Bewertungsplattformen auch schon viele über dessen Haltung beschwert. Der Barbesitzer hat darauf immer mit Beschimpfungen geantwortet. Dieser kommt dann noch merklich angetrunken zu uns an den Tisch und wir sprechen ihn vorsichtig auf dem Papagei an. Da erklärt er uns ganz normal, dass er ihn selbst aus einer schlechten Haltungsform gerettet habe Und wann immer es geht in der Bar herum laufen lässt. Fliegen könne er nicht. Ob wir das so glauben können, wissen wir nicht. Im Maktub ist dann um kurz nach 23:00 Uhr Feierabend und wir vier spazieren nach Hause.