Weiter nach Madeira

So schön Lissabon ist, so sehr freuen wir uns jetzt auch auf Madeira. Wir heben heute um 10 Uhr in Lissabon ab. Für die Einreise nach Madeira gilt dass für Nicht-Geimpfte und Nicht-Genesene ein negativer PCR Test vorzulegen ist bzw. bei Einreise kostenfrei zu machen ist. 

Zur Urlaubs-Unzeit 7 Uhr klingelt heute morgen der Wecker. Das reicht, um noch entspannt fertig zu packen und um viertel vor 8 verlassen wir schon das Hotel. Zuerst kaufen wir die Metrotickets und holen dann bei unserem Lieblings-Frühstückslokal noch unser übliches Menü „to go“ um Punkt 8 Uhr, mit Ladenöffnung. Am Flughafen wissen wir uns dann bestätigt, dass die Angabe „spätestens 9:10 Uhr am Gate sein“ einen Puffer für südländische Pünktlichkeit beinhaltet. Erst gegen 9:30 Uhr startet das Boarding. Auch diesmal sitzen wir wieder in einer vollen Reihe obwohl die hinteren Reihen des Flugzeugs nicht besetzt ist. Der Landeanflug nach Madeira ist wie wir vorher gehört hatten sehr spektakulär. Leider haben wir keinen Fensterplatz, es schaut aber so aus als kämen die Flügel den steil abfallenden Felsen unglaublich nahe. Und dann soll wohl auch die begrenzte Landebahn eine Herausforderung für die Piloten sein. Am Flughafen gehen wir über einen definierten Weg vom Flugzeug ins Flughafengebäude und finden auch schnell die Autovermietung. Wir sind ohne Aufgabegepäck sehr zügig durchgekommen und die ersten am Schalter. Nach und nach bildet sich eine Schlange hinter uns. 

Nach den Autovermietungen werden wir bezüglich Einreiseanmeldung angesprochen. Für Festlandportugal hatte ich eine ausgefüllt, aber nicht drangedacht, dass es sowas auch für Madeira geben könnte. Das ist aber so gut organisiert, dass uns gleich Mitarbeiter bei der Formulareingabe assistieren. Wir sollen uns am Ende einen Barcode abfotografieren, den wir gleich brauchen werden. Beim Verlassen des Flughafengebäudes sind weitere Mitarbeiter, die den Scan und unseren Impfpass sehen wollen. Bei mir passt alles, für Samir wird nur eine Impfung nicht anerkannt und er muss noch einen PCR Test -kostenfrei - machen lassen. Bis nach sechs bis zwölf Stunden das Ergebnis zugestellt wird, muss er sich in Quarantäne begeben. So planen wir nochmal um und schauen uns nicht noch in Funchal um, sondern fahren direkt zur Unterkunft nach Paul do Mar. Den Check-In können wir auch problemlos vorziehen. Auf dem Weg halten wir noch bei einem Continental-Supermarkt, einer sehr großen Supermarktkette - zumindest hier auf der Insel. Es gibt dort auch eine großartige Fischabteilung und wir nehmen gleich Lachs, eine Dorade und Garnelen zum Grillen mit. 

An der Unterkunft werden wir von den Besitzern empfangen und erhalten eine kurze Führung durch die Anlage. Rund um die Außenkochstelle sind allerlei Kräuter und Gewürze gepflanzt, weiter oben gibt es auch einen großen Obst- und Gemüsegarten, den wir aber nur teilweise sehen. Inna, die „Seniorchefin“ warnt uns, nicht zu weit hinauf in Richtung der Felsen zu gehen, weil nistende Vögel leicht Steinchen lostreten können, die sich zu lebensgefährlichen Geschossen entwickeln können. Alles in allem ein wahrer Vorzeigegarten, der das Interesse weckt. Fast jede Pflanze trägt ihr Schild mit Namen und es sind auch ungewöhnliche Sorten wie Kaffee und Kakao dabei, wobei Inna zugibt, dass die Experimente mit der Verarbeitung der Früchte bisher gescheitert sind. 

Nachdem Samir auf sein Ergebnis warten muss, verbringen wir den Nachmittag dösend und lesend auf der Terasse, die auch eine Hängematte und Hängesessel hat. Am Abend versuche ich noch erfolglos Grillkohle zu besorgen, an die wir nicht gedacht hatten und schaue mir die Public Viewing Möglichkeiten für die Spiele der WM2021 an. In Paul do Mar sind dies alles irgendwelche Kneipen oder kleinen Fischrestaurants, die irgendwo einen Fernseher aufgehangen haben. Definitiv muss man früh da sein, um einen Platz mit guten Blick auf den Bildschirm zu bekommen. 

Am Abend probieren wir dann die Außenküche auf der oberen Terrasse aus und Samir ist begeistert. Beim Portugal-Ungarn Spiel fallen ab der 80. Minute 3 Tore und jemand aus dem Dorf zündet für jedes Tor eine Rakete mit einem ordentlichen Knall. Das nicht-glorreiche Deutschland-Frankreich Spiel mit Eigentor von Mats Hummels schauen wir dann beim Nachtisch über einen Stream. Wer will da noch in Deutschland schauen, wenn man das Spiel auch mit frischer Ananas und Blick aufs Meer sehen kann?

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