Eine Tour auf Sue‘s Farm

Um 7 Uhr geht’s heute morgen mit allen 6 Übernachtungsgästen los zu einer Rundtour auf Sue’s und John’s 400 Hektar großer Farm (100 Hektar gehören den beiden, 300 Hektar ihrem Sohn Andy). Samir und ich steigen in Sue’s Mini-Geländefahrzeug auf, die andern fahren bei John im geschlossenen Pickup mit. Wir haben – auch wenn wir doch ein Stück langsamer waren – mehr Spaß.

Zuerst ging’s zum Teich/gedämmten Fluss, wo einige Plattipusse / Schnabeltiere leben. Sue meint, es könnten 5 sein. Man kann aber nicht so genau sagen, ob man 5 unterschiedliche oder immer wieder den gleichen sieht. In der ferne sehen wir 1-2 mal pro Minute etwas kurz aus dem Wasser auftauchen und gleich wieder nach unten zum essen verschwinden.

Dann geht’s weiter über das riesige Weideland. Sue erzählt, dass sie in den Randbereichen der Weiden einen Teil der Fläche wieder in den natürlichen Wald Zurückbauen wollen. Dazu haben sie neue Zäune gezogen und in den Bereichen außerhalb der Zäune neue Bäume gepflanzt bzw. Teilweise pflanzen sich die Bäume auch selbst fort. Zuviel kann man natürlich auch nicht wieder an die Natur zurückgeben, denn irgendwo muss man ja noch wirtschaften. Weiter geht es zum privaten kleinen Wasserfall, mit den Autos durch einen kleinen Fluss und zwischendurch versuchen wir noch Eukalyptus, den man kauen und dann ausspucken kann.

Dann geht es mit den Fahrzeugen noch auf die Spitze eines Hügels, auf dem ein Notfallmast und eine Herde junger Kühe steht. Diese sind sichtlich neugierig, kommt man ihnen aber auf nur mehr 2 Meter zu nahe, rennen sie weg. Auch durch gut zureden und geduldigem Warten schaffen wir es nicht, deren Vertrauen zu gewinnen. Aber zumindest hübsch sind sie.

Als wir wieder Zuhause bei Sue ankommen, sehen wir schon JJ vom Sofa nach Sue Ausschau halten. Es passt ihm gar nicht, allein zu Haus zu bleiben, schon gar nicht, wenn man mit dem Auto unterwegs ist. Jetzt ist aber auch Zeit für’s Frühstück. Sue lässt es an nichts fehlen. Es gibt Müsli, Milch, Joghurt, Aufstriche und Omelette. Das bekommt sie auch sehr gut hin und spart nicht an zusätzlichen Kalorien durch Butter und Käse und Buttertoast.

Nach dem Essen schreiben wir uns dann noch in Sue’s Gästebuch und machen uns gegen 10 Uhr auf zu den 12 Aposteln. Relativ schnell sind wir auch am ersten Stop, von dem man die östlichsten Felsen sehen kann und sogar zum Strand hinunter gehen kann. Von Landidylle ist hier mit den vielen Asiaten nichts mehr zu spüren. Wir können froh sein, ein paar Fotos ohne andere Menschen aufnehmen zu können.

Etwas weiter ist dann der Hauptanlaufpunkt für die 12 Apostel mit riesigem Parkplatz und es erstaunt, dass man hier keinen Eintritt verlangt. Ein paar Bilder täuschen eine wilde Idylle vor… ein anderes zeigt die traurige Wahrheit, wie es hier im Sommer zugeht.

Nachdem es immer wieder leicht regnet, wir aber keine Regenausrüstung dabei haben, halten wir uns hier nicht sehr lange auf und treten den Rückweg nach Melbourne an. Der zweite berühmte Felsen London Bridge liegt noch eine halbe Stunde weiter westlich, aber nur um nochmal so viele andere Touristen zu sehen, brauchen wir keine Stunde Umweg in Kauf nehmen.

Auf dem Rückweg nehmen wir wieder die gleiche Straße am Meer entlang um noch einen Abstecher zu den Erskine Falls zu machen. Auf dem Weg sehen wir einen Baum voller Kakadus und in der Waldstraße zu den Wasserfällen einen Koala auf einem Baum. Er scheint sich ganz verschreckt an seinen Ast zu klammern und beobachtet nur, wie unten die Leute zu ihm heraufschauen.

Die Wasserfälle dagegen sind eine wirkliche Enttäuschung. Kurz vor dem Parkplatz überholt uns noch ein SUV kurz vor einer Kurve und an den Wasserfällen sind die Leute weit hinter die Aussichtsplattform geklettert, um das beste Bild zu machen, ohne Rücksicht auf andere. Die Täter: Chinesen und Inder. Obwohl der Wasserfall echt schön ist, muss ich sagen: ein absoluter Reinfall.

Die nächsten Ziele sollten eine Schokoladenfabrik und ein Aborigine Museum werden, leider ist es mit 17 Uhr bereits zu spät dafür. Stattdessen nehmen wir noch die Strände Jan Juc und Bells Beach mit, die berühmt für ihre Surfkultur sind. Wir beobachten auch einige Zeit die Surfer im Wasser. Bei einigen klappt es ganz gut, andere müssen noch üben.

Die nächsten 2 Nächte schlafen wir im Victoria Hotel in Melbourne. Der Hotelparkplatz ist leider auch nicht kostenlos, zum Glück gibt es gerade über der Straße ein Parkhaus, das an Wochenenden und Feiertagen nur 12 AUD pro Tag und 10 AUD über die Nacht kostet. Ein wahres Schnäppchen im Melbourne. Das Hotel, was wirklich im Herzen von Melbourne liegt, macht in der Lobby einen gepflegten Eindruck, weit über den von mir bezahlten 60 EUR pro Nacht. Unser Zimmer, das in irgendeinem hinteren Winkel des Hotels ist, mit einem kleinen Hinterhoffenster, und kaum Bewegungsfreiheit, wird dann doch eher dem Preis gerecht.

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