Grand Pacific Drive

Zunächst soll heute ein recht unspektakulärer Tag werden. Wir stehen kurz vor 9 auf, packen – diesmal deutlich schneller wie bei der Abreise aus Melbourne – und machen uns noch ein schnelles Frühstück in unserem Airbnb. Heute holen wir unseren Campervan – unser Zuhause für die nächsten 3 Wochen – ab.

Die Abholstation liegt so gut wie an der Stadtgrenze von Groß-Sydney gen Süden, also ziemlich weit weg. Terry bietet uns an, bis zur Central Station zu fahren, leider hat sein Auto am Ende der Straße schon einen Platten und wir machen doch den ganzen 1,5-stündigen Weg mit den öffentlichen. Das anstrengendste ist wohl der 15-minütige Marsch in der Hitze mit dem ganzen Gepäck. Wir haben uns dagegen entschlossen, das Gepäck bei Terry zu lassen und später mit dem Van abzuholen, nachdem uns das einen Umweg von nochmal 1,5h gekostet hätte. Dann nehmen wir Bus – Zug – Bus, bis wir nicht in den äußersten Vororten von Sydney angekommen sind.

In der Apollo Autovermietung ist dann aber erstmal Schluss. Es warten mindestens 30 Leute. Um 12:20 melden wir uns an und unser Vertrag wird „in die Schlange gelegt“, um 15:00 sollen wir erst mit unserem Van wegfahren können. Nach etwa einer Stunde Wartezeit, in der wir in dieser Bürohalle in irgendeiner Ecke am Boden sitzen, kommt endlich jemand, der mit uns den Vertrag durchgeht. Bei Versicherungsdetails fängt die Sache dann an, sich zu ziehen, nachdem ich mich nicht mehr erinnern kann, was ich im Oktober über Camperdays gebucht habe. Am Ende nehmen wir noch eine Zusatzversicherung für Reifen und Scheibe – Scheibe wurde uns für das Stück Cairns – Brisbane sehr ans Herz gelegt. Kostet mit 150 AUD auch nicht so viel extra. Dann noch Campingstühle und Tisch und eine Gebühr für Abholung am 2.1. und wir sind vor Ort 300 AUD los. Insgesamt kostet uns der Camper damit circa 2000 EUR für 20 Tage. Dann gibt es aber eine freudige Überraschung: Unser Camper ist mit nur 3000km so gut wie neu. Danach werden wir nochmal in die Schlange „gestellt“, um auf jemanden zu warten, der uns das Auto zeigt. In der Zeit suchen wir schonmal nach dem Nummernschild und finden das Auto direkt vor unserem Fenster. Er ist schöner als wir ihn erwartet hätten! Die versprochenen 10min Wartezeit bis zur Autoübergabe werden dann doch nochmal länger, aber die haben sich bei unserem Auto voll gelohnt. In dieser Zeit beobachten wir, dass am Nachbartisch die Mutter einer 4-köpfigen Familie nicht so glücklich mit dem Alter ihres Autos ist. Scheinbar hat sie eine Katzen oder Hundehaarallergie und hatte im Vorfeld schon mehrmals Kontakt mit der Vermittlungsagentur aufgenommen, dass sie ein neues oder zumindest sehr wenig benutztes Auto bekämen, weil die Chance niedriger ist, dass schonmal Hunde im Auto waren. Das scheint nicht beim Autovermieter angekommen zu sein und nach erstem Zorn flossen die Tränen und ihr Kopf war total rot. Am Ende hat Apollo ihr Auto dann nochmal in die Reinigung geschickt – und sie sich etwas beruhigt.

Wir machen und dann endlich auf – erstmal ein Mittagessen und eine Einkaufsgelegenheit suchen. Der Van entpuppt sich schnell als Problem, nachdem die Parkhäuser der Supermärkte nur eine Höhe von 2.1m haben, wir aber 2.65m brauchen. In irgendeinem Vorort geben wir uns dann mit einem japanischen Imbiss mit Sushi und japanischem Curry zufrieden. Ich habe die größten Sushi-Rollen, größer als man sie sich vorstellen kann. In der California Roll ist ein halber Philadelphia und ein Lachssteak verarbeitet, 4x so groß wie ein normales Maki.

Zum Einkaufen gehen wir dann zu einem Aldi am Weg. Auch hier kommen wir nicht ins Parkhaus hinein, aber länger suchen bringt nichts mehr. Wir parken auf der Straße, gehen einkaufen, und finden dann noch einen Hinterhofweg, über den wir das Auto doch einigermaßen gut zum Einkaufswagen bringen können. Dort sehen wir auch Massen an Kakadus, die es scheinbar auf die Abfälle von Aldi abgesehen haben. Wir verstauen die Einkäufe in unserem Mini-Kühlschrank, der sogar ein Eisfach hat, und in den Schränken und sind abermals begeistert, was für einen tollen Van wir haben.

Nun machen wir uns aber auf zum Grand Pacific Drive – nachdem es eh schon Abend ist. Das erste Stück im Nationalpark führt durch Regenwald mit ein paar tollen Ausblicken auf die Weite des Waldes. Irgendwann trifft die Straße dann aufs Meer und es gibt wunderschöne Aussichtspunkte, wo wir eine kurze Wanderung machen und meinen, im Meer aus der Ferne sogar Wale zu sehen. Wir fahren weiter und finden im nächsten Küstenort auch eine Straße, die zum Strand führt. Den Augenblick zelebrieren wir mit 2 Pasteis de Nata, die wir in der Nähe des Sushi Imbisses gekauft haben. Noch ein Stück weiter erreichen wir Wollongong und spazieren durch die Stadt zum Strand – mit wahnsinnig feinem Sand. Die Sonne ist schon untergegangen und es sind kaum mehr Leute am Strand. Wir machen uns dann auch auf, um einen Stellplatz für die Nacht zu suchen. Matthias hatte den Seven Mile Beach vorgeschlagen, nachdem dieser wohl sehr abseits ist. Die Idee hatten wohl mehrere und schnell machen wir uns auch keine Sorgen mehr, dass dieser Strand mit angeschlossenem Wald ein Nationalpark ist. Zum Abendessen bleibt die Küche kalt, trotzdem mit allem, was das Herz begehrt. Und dann bauen wir nur noch den Tisch zum Bett um und schlafen super in unserem neuen Zuhause.

 

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