Von Victoria nach Tofino

Heute ist mal wieder einer der Tage, an denen wir einen Wecker stellen müssen. Ryan hatte uns empfohlen, die Reise nach Tofino früh zu starten und eine Reihe Orte auf dem Weg mitzunehmen. Nachdem die anderen gestern schon auf dem Little Mount Doug waren, starten wir etwa eine Stunde früher. Angepeilt war spätestens 9 Uhr, Realität wurde 9:30 Uhr.

Erster Stopp war dann auch noch Timmies für ein Frühstück. So reibungslos wie in Kamloops lief es aber nicht. Die Verkäuferin war Mitte 50, schwerhörig trotz Hörgerät und auch schwer von Begriff. Samir’s vierfacher Espresso hat dann auch einiges an Nachfragen aufgeworfen, was er denn eigentlich möchte. Hier wird wahrscheinlich per se kaum ein Espresso getrunken, geschweige denn ein vierfacher. Am Ende konnte sie die Bestellung als 2x Double Espresso eingeben. Mein Oatmeal habe ich dann leider nicht wie bestellt mit Früchten bekommen, das war dann wohl zu einfach – oder der Espresso hat sie immer noch beschäftigt.

Kurz darauf sind wir am ersten Parkplatz des Mount Doug und müssen in der Parkplatzzufahrt parken, nachdem schon alle Parkplätze belegt sind. Wir wollten auch eigentlich auf den oberen Parkplatz fahren, um Zeit zu sparen, aber die Zufahrt ist mit Toren gesperrt. Nach 20 min und 200hm stehen wir auf dem Mini-Gipfel mit spektakulärer Aussicht auf Victoria, die See und unsere Radstrecke von gestern. Dann machen wir uns auch schnell wieder auf den Weg nach unten, nachdem wir nicht sicher sind, ob das legal ist, wo wir parken. Und prompt als wir runterkommen stehen an den Toren ein großes Feuerwehrauto und zwei Reinigungs/Müllentsorgungswagen. Samir total in Panik, ich gelassen – jetzt ist’s ja auch egal. Aber keines der in der Zufahrt stehenden Autos hat einen Strafzettel, unseres auch nicht. Also alles gut.

Nun geht es los auf den Highway 1 Richtung Nanaimo. Zuerst ein kleiner Stop an einem Aussichtspunkt auf den Saanich Inlet. In Duncan hätten wir uns Totems anschauen können, aber das haben wir uns gespart. Da haben wir ja ein paar in Vancouver gesehen und zumindest ich möchte noch in das Anthropologische Museum.

In Chemainus schauen wir uns die Wandmalereien and, was ein andauerndes Projekt der Stadt ist. In der Stadt ist nichts los, sie macht einen etwas traurigen Eindruck. Wahrscheinlich stoppen die Leute hier eh nur kurz, um sich die Wandgemälde anzuschauen, lassen aber nicht wirklich Geld hier. Die Wandgemälde sind aber sehr gut gemacht und richtig beeindruckend. In der Visitor Information bekommen wir sogar einen Stadtplan und irgendwann finden wir aufgemalte Fussstapfen auf der Straße, die den Weg zu allen Malereien aufzeigen. Ich lasse dann noch eine kleine Spende in der Visitor Information und es geht weiter auf dem Highway 1. Kurz vor Nanaimo nehmen wir die Umfahrung über den Highway 19. Wie sagte Ryan so schön: „Ihr wollt auf jeden Fall Nanaimo umfahren. Das sind 6 Ampeln gegen 50 Ampeln.“

Im Walmart decken wir uns dann noch mit Lebensmitteln für die nächsten 5 Tage ein, nachdem wir nicht wissen, ob wir auf dem Old Farmer’s Market in Coombs alles bekommen. Für dort hat uns Ryan außerdem „Ziegen auf Dächern“ versprochen. Und ja, die Ziegen leben dort auf den Dächern. Sie haben sogar ihr Gras und ihre kleinen Ziegenhäuschen auf den Dächern. Und der Farmer’s Market hätte auch alles geboten, was man an Obst und Gemüse braucht. Und das leckerste Joghurt-Maracuja Eis, das ich je gegessen habe!

Letzter Stop bis Tofino ist Cathedral Grove, ein uralter Mangrovenwald. Der älteste Baum (unten im Bild) war schon 300 Jahre alt, als Columbus 1492 Amerika entdeckte. Dort sehen wir auch eine uns bisher unbekannte Pflanze, Devils Club, die die Indianer wohl zur Heilung nutzten, die Europäer damit aber nicht umgehen konnten. Daher der Name.

Und schließlich und endlich landen wir um 19 Uhr in Tofino, stellen einen Zimmertauschplan auf und genießen einen tollen Sonnenuntergang auf der höchsten Terasse in Tofino bzw. In der höchsten Badewanne in Tofino.

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