Wild Pacific Trail Ucluelet/Tofino

Das Aufwachen heute ist wohl das tollste Aufwachen seit ich denken kann. Der Blick direkt vom Bett fällt in die Bucht von Tofino mit der tollen Bergkulisse.

Ich bin noch nicht wach, nicke immer wieder ein. Mache aber immer wieder die Augen auf, um den Blick zu genießen. Das Einnicken und wieder auf die Landschaft schauen wiederholt sich einige Male, bevor ich nochmal einschlafe und gegen 9 endgültig aufwache.

Samir und ich machen uns im Haus Frühstück, die anderen wollen zu Pancakes ins Cottage von Lindsay und Steve fahren – aber Chris ist noch nicht vom Holz holen zurück. Er ist zu Fuß losgegangen, irgendwann war das Auto weg und aus „kurz Holz holen“ wurde eine Stunde inklusive Touristeninfo. Und Astrid ist ähnlich unlustig wie ich, wenn ich Hunger habe.

Die anderen sind schließlich weg und Samir und ich stöbern ein wenig, was wir in Tofino machen können. Wir finden geführte Kajaktouren, Ziplining, Wandertouren, Wasserflugzeugausflüge und Whale Watching. Da Chris seine Freunde am Abend zu Pizza eingeladen hat – wir haben nämlich einen Pizzasteinofen im Haus – und wir damit um 16:00 Uhr wieder zuhause sein müssen, entscheiden wir uns für den Wild Pacific Trail in Ucluelet. Von Tofino nach Ucluelet fahren wir eine gute halbe Stunde. Zuerst starten wir vom Otter Parkplatz am Terrace Beach auf den Lighthouse Loop von eigentlich 2,6 km / 1 Stunde Gehweg. Direkt bei Terrace Beach nehmen wir schon einen Alternativweg über die Felsen was bis auf eine IIer Kletterstelle und die – umgehbaren – extrem rutschigen grünen Algen sehr gut geht. Am He-Tin-Kis Beach ist Samir noch super motiviert und wir gehen weiter über die Felsen statt etwas weiter oben auf dem Weg.

Die Felsen werden immer steiler, immer öfter müssen wir die Hände zu Hilfe nehmen und genau den Weiterweg überlegen. Irgendwann stehen wir an einem Höhleneingang, an dem wir nur weiterkommen, wenn die Welle das Wasser gerade herausgetragen hat. Wenn man normal schnell unterwegs ist, aber kein Problem. Bald danach kommen wir aber an unsere Grenzen. Wir müssen über eine Stelle mit minimum 1 Meter breitem Wasserstreifen zwischen glitschigen Felsen mit kleinen Tritten. Dazwischen liegt ein Fels im Wasser, der je nach Wellenlage ein paar Zentimeter aus dem Wasser ragt oder wadentief im Wasser ist. Neben ihm gehts nochmal einen halben Meter tiefer ins Wasser. Wir versuchen, mit einem Treibholz eine Brücke zu basteln, die Strömung trägt aber unser Holz davon. Dann versucht sich Samir in dem 2 Sekunden Zeitfenster des Wassertiefstandes wieder auf die andere Seite zu klettern – und scheitert kläglich. Das Wasser dringt in beide Schuhe und sogar bis zur Unterhose. Im Rucksack sind Drohne und seine Kamera. Ganz reinfallen ist sowas von keine Option. Gerade so kann er sich nach einiger Zeit hochziehen. Für mich ist dieses Manöver ausgeschlossen. Samir war schon an der Grenze seiner Schrittlänge. Ich versuche doch mal obenrum zu klettern. Es ist nicht ganz ungefährlich, aber mit etwas Zeit schaffe ich es zumindest trocken auf die andere Seite. Danach hat unser „Weg“ bis zum Überschneiden mit dem eigentlichen Trail zum Glück keine Überraschungen mehr. Wir sehen eine wunderschöne Küste von einem befestigten, gut markierten Trail aus.

Zurück am Parkplatz wechselt Samir erstmal Schuhe. Zum Glück hat er noch seine Turnschuhe dabei. Das wäre bei mir schwierig geworden. Dann fahren wir zum Sea Star Parkplatz und machen uns noch zu einem zweiten Weg auf, dem Artist Loop. Der Küstenweg ist ein ständiges Auf und ab. Insgesamt haben wir hier sicher ein paar Höhenmeter gemacht. Bei etwa Kilometer 6 haben wir den besten Blick auf die schroffe Felslandschaft.

Als wir kurz nach 4 wieder zuhause angekommen, sind die anderen noch nicht zurück, haben aber mit Kuchen und Teig gut vorgearbeitet. Samir macht noch mehr Teig und ich mache mich ans Feuer anschüren. Das Thermometer bewegt sich aber lange Zeit nicht. Auf dem Ofen steht drauf, dass man nicht soviel Feuer machen soll, dass die Flammen herausquellen. In diesem Stadium bin ich noch lange nicht. Meine Schlussfolgerung: mehr Holz und mehr Luft. Dazu schaue ich mir noch YouTube Videos an und nach über 2 Stunden bewegt sich das Thermometer endlich in Richtung der 200°F. Am Ende sind es 3,5 Stunden, bevor wir den Ofen benutzen können (knapp 400°F). Noch etwas später zeigt das Thermometer 500°F an, wobei das ja nicht direkt im Ofenraum ist. Das Resultat kann sich aber sehen lassen. Samir’s wahrscheinlich beste Pizza bisher. Jetzt möchte er auch so ein Ding.

Gegen 19:30 kommen dann Chris Freunde. Lindsay und Steve mit Arya sind voll nett und die kleine zuckersüß. Garret liegt irgendwann auf dem Sofa und schläft und seine Freundin tritt sehr spirituell auf. Samir ist nicht begeistert, dass sie nur ein Schlückchen von ihrem Kamboocha ausgibt. Die Party dauert bis 2 Uhr, da sind wir aber schon im Bett.

 

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